|
|
|
| Portal » Forum » Computer | Windows |
|
|
Thema "Festplatte löschen, aber sicher bitte" | (1 Seiten): (1) |
|
|
|
| Popularität: |
 |
27% |
| Most Wanted: |
 |
26% |
|
|
 |
AutorBeitrag |
 |
|
Donnerstag, 03.07.2008 [18:54] Uhr |
#1 |
cemy 22  |
Festplatte löschen, aber sicher bitte |
|
|
* Warum Formatieren nicht reicht
* Diese Methoden gibt es
* Formatier-Tool 1: Eraser
* Formatier-Tool 2: DBAN
* Formatier-Tool 3: CBL Datenshredder
* Linux und Mac OS X: Formatierfreude
* Fazit: Mit Vorsicht und Absicht
Wenn eine nicht mehr benötigte Festplatte den Benutzer wechseln soll, ist viel Vorsicht geboten: Formatierte und damit angeblich leere Laufwerke lassen sich mit wenig Aufwand auslesen und fördern so private Details des ehemaligen Besitzers zu Tage. Netzwelt zeigt, worauf beim Löschen zu achten ist und welche Tools die Festplatte wirklich porentief rein machen.
Warum Formatieren nicht reicht
Der erste Gedanke, der den meisten Nutzern in den Sinn kommt, wenn es um das Löschen von Daten geht: Formatieren. Sei es als der berüchtigte Befehl Format c: oder im Zuge der Installations-Routine diverser Windows-Betriebssysteme. Wird die Festplatte danach für den Eigengebrauch weiterverwendet, spricht da auch nichts dagegen. Anders sieht es aus, sobald die Festplatte verkauft oder weggeworfen werden soll.
Denn beim Formatieren - egal ob schnell oder mit der zeitaufwändigeren Low-Level-Variante - werden nicht die Daten selbst überschrieben, sondern lediglich die Dateizuordnungstabelle gelöscht. Bildlich gesprochen wird also das Inhaltsverzeichnis aus einem Buch gerissen, die restlichen Seiten bleiben aber unangetastet. So ist zwar die Reihenfolge der Kapitel oder die genaue Position eines Textabschnitts nicht mehr bestimmbar, die Informationen stehen trotzdem noch im Buch.
Festplatten: Nur gründliches Überschreiben entfernt private Daten.
Dieses Beispiel lässt sich auch auf die digitale Welt der Festplatten übertragen: Diese arbeiten nach den Prinzipien des Magnetismus. Und auf die gleiche Art und Weise, wie auf einer überspielten Kassette im Hintergrund immer noch die vormals aufgenommenen Lieder zu hören sind, bleiben auch auf den Magnetscheiben der Laufwerke Reste von früheren Informationen zurück.
Möglichkeiten und Tools, um Daten sauber zu überschreiben
Diesen Umstand machen sich Recovery-Tools zunutze und bringen so auf bereits formatierten Festplatten erstaunliche Funde ans Tageslicht. Was auf der defekten Foto-Speicherkarte ein Segen ist, wird bei der eigenen Festplatte schnell zum Fluch: Dokumente, pikante Details aus dem Privatleben oder im schlimmsten Fall sogar belastendes Material können schnell auf die Identität des Vorbesitzers schließen.
Diese Methoden gibt es
Aus diesen Gründen wurden über die Jahre verschiedene Verfahrensweisen entwickelt, um Festplatten zuverlässig löschen zu können. Das ist nicht nur für Privatanwender ein wichtiger Bereich: Auch Firmen, Institutionen und Geheimdienste legen verständlicherweise großen Wert darauf, dass die Daten früher verwendeter Festplatten nicht ausgelesen werden können.
Natürlich ist das Entmagnetisieren und damit physische Zerstören der Festplatten ein narrensicherer Weg, die Dateien vor fremden Aufen zu schützen - auf diese Weise wird beispielsweise mit als "streng geheim" eingestuften Daten verfahren. Doch wenn die Festplatte weiterhin benutzbar bleiben soll, ist Überschreiben der einzige Weg zum Erfolg.
Letztlich läuft alles darauf hinaus, die Bitmuster der Laufwerke oft und gründlich zu verändern. Denn die Informationen auf der Festplatte werden als Abfolge von Einsen und Nullen gespeichert. Würden hier beispielsweise die Werte einfach nur per Software umgekehrt, könnte der gleiche - invertierte - Prozess die ursprünglichen Informationen wieder sichtbar machen. Aufwändigere Methoden sind hier also zwingend notwendig.
Ein solcher Standard ist 5220.22-M, der auch vom amerikanischen Verteidigungsministerium genutzt wird: Dabei werden die Festplatten dreimal hintereinander mit unterschiedlichen Bitmustern überschrieben. Dadurch, dass jedes Bit also dreimal mit einem neuen Wert belegt wird, ist der vorhin als "Kassetten-Phänomen" beschriebene magnetische Effekt so gut wie auszuschließen.
Noch mehr Sicherheit sieht die Richtlinie des Bundesministeriums für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor: Sie empfiehlt siebenmaliges Überschrieben der Festplatte, davon sechsmal mit jeweils umgekehrter Bitfolge. Der abschließende Schreibvorgang füllt daraufhin die gesamte Platte mit der Bitfolge 1010101010... und soll so ein Auslesen unmöglich machen.
Etwas mehr Zeit kostet der Bruce-Schneier-Algorithmus. Auch hier wird die Festplatte siebenmal überschrieben, das System ist jedoch ein anderes: Zuerst werden ausschließlich Einsen, dann ausschließlich Nullen geschrieben; anschließend wird das Laufwerk noch mit fünf zufällig generierten Bitmustern bearbeitet. Die zeitintensivste, aber auch sicherste Methode stammt von Peter Gutmann und führt ganze 35 Schreibvorgänge in mehreren Reihen durch.
Um diese Algorithmen praktisch umzusetzen, ist entsprechende Software nötig. Die Betriebssysteme aus dem Hause Microsoft sehen hier jedoch alles andere als gut aus: Kein bisher veröffentlichtes Windows konnte mit Bordmitteln Festplatten zuverlässig mit einer der geschilderten Methoden überschreiben, nur die unsichere Standard-Formatierung ist möglich. Deshalb müssen externe Programme diese Arbeit erledigen; glücklicherweise sind drei der geeignetsten Tools komplett kostenlos.
Formatier-Tool 1: Links nur sichbar fuer Mitglieder.
Ein empehlenswertes Programm zum Überschreiben von Festplatten ist Eraser Die Freeware verrichtet auf sämtlichen Windows-Betriebssystemen von 95 bis XP ihren Dienst und wurde als Open-Source unter GNU-Lizenz veröffentlicht. Der Nutzer kann bei Eraser aus allen beschriebenen Methoden auswählen oder ein eigenes System angeben, nach dem verfahren werden soll. Praktisch: Freier und bereits beschriebener Speicherplatz kann mit unterschiedlichen Algorithmen bearbeitet werden.
Eraser kann entweder aus Windows heraus Partitionen und Laufwerke überschrieben - die Systempartition selbst ist dann allerdings logischerweise ausgenommen. Alternativ kann das Programm auch als Portable auf einen USB-Stick installiert werden und so ohne Beschränkungen und Windows-Fesseln seine Arbeit erledigen. Ein Scheduler ermöglicht es dem Nutzer, zu festgelegten Zeitpunkten automatisch Bereiche der Festplatte zu überschreiben.
Formatier-Tool 2: DBAN
Links nur sichbar fuer Mitglieder ist das Akronym für Darik's Boot and Nuke, einen Festplatten-Löscher auf DOS-Ebene. Dazu kann das Programm auf den USB-Stick oder eine Diskette kopiert werden, eine andere Variante erzeugt ein ISO, welches auf CD oder DVD gebrannt werden kann. Daher kann auch keine der Überschreib-Methoden unter Windows gestartet werden.
Auch DBAN unterstützt alle etablierten Standards und kann diese auf Wunsch sogar mehrmals hintereinander ausführen. Es steht entweder eine spezielle Partition oder die komplette Festplatte zur Auswahl bereit. Hinweis: Bei der Verwendung sollte gewartet werden, bis die Meldung "DBAN succeeded" erscheint; andernfalls ist es möglich, dass die Festplatte aufgrund etwaiger defekter Sektoren nicht komplett gelöscht wird.
Formatier-Tool 3: CBL Datenshredder
Das dritte Programm im Bunde ist der CBL Datenshredder. Auch hier werden zwei verschiedene Versionen angeboten: Eine Variante läuft normal unter Windows XP, kann aber die Systempartition nicht überschreiben. Für diesen Fall gibt es auch hier ein DOS-Exemplar, welches auf Diskette oder CD kopiert werden kann und von dort beim Bootvorgang seine Arbeit aufnimmt.
Der CBL Datenshredder verwendet wie die beiden vorgestellten Tools sämtliche Methoden vom US-Verteidigunsministerium über BSI bis hin zu Gutmann und bietet ebenfalls an, ein eigenes Prinzip zu konfigurieren - basierend auf Zufallsmustern oder Texteingaben. Auch hier kann der Überschreib-Vorgang auf Wunsch mehrfach durchgeführt werden.
Linux und Mac OS X: Formatierfreude
Diese drei Programme liefern für das zuverlässige Löschen die Funktionen nach, welche unter Windows im Grundzustand fehlen. Wesentlich entspannter sieht es bei Linux und Mac OS X aus: Hier genügen die Bordmittel auch den Ansprüchen paranoider Computer-Nutzer. Unter Linux sorgt der Kommandozeilen-Befehl dd für das gründliche Löschen sensibler Daten - etwa mit "dd if=/dev/urandom of=/dev/hda".
Noch unkomplizierter löst Mac OS X das Problem wiederherstellbarer Daten: Im hauseigenen Festplatten-Dienstprogramm muss unter Löschen schlicht die Option 8-fach zufälliges Schreiben angeklickt und danach der Löschvorgang gestartet werden.
Fazit: Mit Vorsicht und Absicht
Wer mit dem Gedanken spielt, seine Festplatte in den Müll zu werfen oder meistbietend zu verkaufen, sollte sich unbedingt des Risikos für die Privatsphäre bewusst sein. Mit einer simplen Formatierung und ohne tiefergehende Überschreibmethoden lassen sich möglicherweise pikante Informationen wiederherstellen.
Die hier vorgestellten Programme für Windows und leicht auszuführende Funktionen für Linux und Mac OS X sorgen dank Algorithmen, auf die selbst Ministerien vertrauen, für die notwendige Sicherheit beim Überschreiben der Festplatten. Der damit verbundene Zeitaufwand ist verschwindend gering im Vergleich zu den Problemen, die mit einem sicheren Löschen der Laufwerke vermieden werden können.
|
__________________________________________
:;)::relax:
|
|
| |
|
Die Betreiber und die Moderatoren von http://www.dream4ever.eu/ distanzieren sich hiermit ausdrücklich von dem von cemy Donnerstag, 03.07.2008 [18:54] Uhr verfassten Beitrag und berufen sich auf das TMG Abschnitt 3 / Verantwortlichkeit.
Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung
|
|
| Für diesen Beitrag bedankten sich die folgenden 1 x Mitglieder an cemy |
|
|
|
|
|
|
 |
| (1 Seiten): (1) |
| Portal » Forum » Computer | Windows |
|
|
|
|
|